Gemeindebrief Online

Hier finden Sie einige Artikel aus der gedruckten Ausgabe des Gemeindebriefes. Diese bleiben auch weiterhin online abrufbar und können über die Suchleiste leicht gefunden werden.

Grußwort 02/03 2012

Montag, den 13. Februar 2012 um 10:20 Uhr

Liebe Gemeindeglieder und Freunde,

um einigermaßen sicher zu stehen, braucht ein Haus solide Fundamente. Übertragen gilt das auch für unser Leben. Viele bauen ihr Lebenshaus sozusagen auf Sand und halten den Lebensstürmen kaum oder auch nicht stand. Die Bibel lädt uns ein auf Felsen zu bauen, auf einen sicheren Grund, der den Lebensstürmen standhält. Der Fels heißt Jesus Christus. An ihn glauben, sein Herz an ihn hängen, sein Leben nach ihm ausrichten, auf ihn hoffen, von ihm aufgefangen und getröstet sein, das ist das Fundament des Glaubens.

Fundamente sind klare, verlässliche und feste Grundlagen. Die braucht auch unser Glaube, Säulen, auf denen er steht. Die Kernsäule ist die Auferstehung, darauf ruht alles und daran entscheidet sich alles. Für uns wird sie immer wieder deutlich und fassbar am Aufertsehungstag, am Tag des Herrn, am Sonntag.

Und wie die Wochentage um den Sonntag kreisen, gibt es auch für unseren Glauben sechs weitere Säulen, die uns Martin Luther aus der Bibel herausgearbeitet hat, die drei Haupstücke*
• die Gebote  –  wie wir leben sollen
• der Glaube  –  was wir glauben sollen
• das Vaterunser  –  wie wir beten sollen
und die drei Lehrstücke:
• von der Taufe
• vom Abendmahl
• von der Beichte
[*) es heißt auch: Fünf Hauptstücke und das Lehrstück vom Amt der Schlüssel]
Das sind die sieben Säulen evangelischer Spiritualität, um die wir uns in den „Sieben Wochen mit“ befassen wollen. Ich lade ein mitzumachen.

Es ist eine sehr schöne Möglichkeit die Passionszeit zu gestalten, ihr Gesicht zu geben und Ostern vorzubereiten.

Gottes Segen wünscht

Ihr/Euer Pastor Eckhard Kläs
 

Tradition(en)

Montag, den 13. Februar 2012 um 10:19 Uhr

Traditionen sind gut, wenn sie Halt geben. Sie können auch negative Wirkungen haben, wenn sie einengen. Tradition meint im eigentlichen Sinn: Wertvolles bewahren und es an die nächste Generation weitergeben. Es ist also viel mehr als irgendwelche Angewohnheit festzuhalten oder abzulegen. Es gibt ganz große Traditionen, die über Jahrhunderte währen und es gibt die kleinen, die in jeder Familie neu gegründet werden und vielleicht nur 20 oder 30 Jahre halten.

Wir kennen die Tradition des Gottes-dienstes genauso wie Familien-Traditionen. Der Heilige Abend oder Weihnachten oder Karfreitag oder Ostern oder Himmelfahrt werden in der Regel so gestaltet. „Bei uns ist das schon immer so.“ „Das war bei meinen Eltern schon so“ – das Familientreffen, das Essen usw.

Wer begründet Traditionen? Das sind wichtige Personen oder Ereignisse, das erste Kind oder der Kaiser, der Geburts-tag oder der Tag der Befreiung. Und in der christlichen Tradition begründet Christus die Geschehnisse. Komisch wird es, wenn Traditionen hochgehalten werden, aber kein innerer Bezug mehr zum Anlass da ist. Es wird Weihnachten oder Ostern oder Himmelfahrt gefeiert ohne Christus.

Christliche Traditionen sind von Christus begründet und dann in der Natur der Sache vom Gottesdienst her geprägt. Die christlichen Familien-traditionen sind aus dem Gottesdienst erwachsen.

Das gilt es zu wissen und zu bedenken. Es kann doch keine christliche Tradition und auch keine christliche Familien-tradition ohne Gottesdienst geben, ohne vom Gottesdienst auszugehen oder in ihm begründet zu sein.

Das häusliche Festmahl erinnert an das  Festmahl des Herrn. Alles geht vom Altar Gottes aus. Es kann doch nicht sein, dass wir um des Festmahles willen, des gemeinsamen Frühstücks willen auf das Festmahl des Herrn verzichten.

Es hat sich -vielleicht unbemerkt- so manche Familientradition gegen den Gottesdienst entwickelt, zumindest ohne Gottesdienst. Wollen wir das wirklich?

Traditionen darf man ändern oder auch neu begründen, zumal wenn neue Einsichten gewachsen sind. Und Traditionen leben nur, wenn sie den eigentlichen Anlass wachhalten. Beim Passamahl geht es z. B. nicht nur um das Mahl, das gemeinsame Festmahl, sondern um die Befreiung aus Ägypten. Die wird den Kindern groß gemacht und nahe gebracht und so feiern sie immer noch Passa.                               ek
 

Grußwort 12/11//01/12

Freitag, den 25. November 2011 um 13:17 Uhr

Liebe Gemeindeglieder und Freunde,

Fitness wird in unserm Land „groß“ geschrieben. Fitnessstudios findet man überall. Krankenkassen fördern, Ärzte empfehlen, sogar Arbeitsagenturen tun das Ihre, damit ihre Kunden nicht „einrosten“. Fitness fördert nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch die Motivation und Willenskraft, sie ist hilfreich für ein positives Lebensgefühl. Selbst Turnvater Jahn hatte schon eine Ahnung, wenn er sagte: „Nur in einem gesunden Leib kann auch eine gesunde Seele wohnen.“

Damit sind wir beim Thema. Gibt es auch Fitnessprogramme für die Seele? Was ist denn, wenn die Seele weint, wenn sie traurig ist? Ein gesunder Leib ist zweifellos eine gute Voraussetzung, das kann aber nicht alles sein. Auch wenn der Leib gesund ist, kann die Seele matt werden, verletzt werden, belastet werden. Und wir wissen auch von der gegenteiligen Wirkung, dass eine kranke Seele sich negativ auf den Körper auswirken kann.

Die seelische Gesundheit, die inwendige Fitness sollte uns genauso wichtig und wertvoll sein wie die körperliche. Dass himmlische Fitnessstudio ist der Gottesdienst. Und die kleinen Übungen für zu Hause (Bibel lesen und beten) gibt es auch. Wir werden angeschlossen an himmlische Kräfte, „dass Christus wohne durch den Glauben in unseren Herzen“. „Das Wort vom Kreuz ist eine Gotteskraft.“ Lasten, Schuld und Schmutz können abgeladen werden. Christus vergibt, reinigt und heiligt. „Und die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Glaube, Sanftmut.“ Mit solchen Ergebnissen kann man sich sehen lassen.

Natürlich: Fitness heißt dranbleiben und nicht nachlassen, sonst hat man nicht viel davon. Das ist auch das Geheimnis des Gottesdienstes. Fitnesstermine stehen fest im Kalender, der Sonntagsgottesdienst auch.
„Sonntags triffst du mich in der Kirche!“ Wohl dem, der das auf seinem Fitnesskalender hat.

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit
und ein gutes Jahr 2012


Ihr/Euer Pastor Eckhard Kläs
 

Gott will so freundlich und nah

Donnerstag, den 24. November 2011 um 18:35 Uhr

„Sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren.“   (ELKG 33)

Abstand und Nähe sind für uns äußerst wichtige Kategorien. Wie dicht lasse ich einen Menschen an mich heran oder wie viel Abstand wahre ich? Wie weit öffne ich mich oder bleibe ich verschlossen? Bleiben wir uns fremd oder kommen wir uns näher? Wächst Vertrauen oder bleibt ein wenig Misstrauen? Wir haben unsere Not nicht nur mit Kollegen, Nachbarn und Freunden, nein auch in den Kirchengemeinden und sogar in Familien. Zu viel Nähe kann anstrengend werden, Vertrauen kann missbraucht werden. Auf der anderen Seite macht Abstand dann doch einsam. Sich öffnen macht verletzlich, verschlossen bleiben weckt Sehnsucht.

Abstand und Nähe, irgendwie hat das auch etwas mit der Beziehung zu Gott zu tun. Ich kann seine Nähe suchen, ich kann aber auch auf Abstand bleiben oder auch genau so, wie wir es in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen handhaben: ein bisschen Nähe, aber bitte nicht zu viel. Wir reden dann von einer gesunden Distanz. Geht das? Wer sucht denn wessen Nähe?

Eine gesunde wohltuende Nähe erleben geschieht meist dann, wenn sie gegenseitig  gesucht  wurde.   Wenn  nur


einer sucht, wird es schnell verkrampft. Wenn es an uns läge Gottes Nähe zu suchen, dann gerieten wir in einen Leistungsdruck: Gebote gehalten? Genug gebetet? Genug geopfert, gegeben, geholfen? usw. und vielleicht machten wir uns selbst etwas vor. Gottes Nähe suchen kann aber auch heißen: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott? Und die Frage kommt, wenn man die eigene Unvollkommenheit und Selbstsucht kennt. Dann wächst Sehnsucht nach Nähe, dann suchen wir Hilfe. 

Weihnachten heißt: Gott sucht unsere Nähe, Gott kommt zu uns. Er wird einer von uns. Die Verlorenen suchen Rat, Hilfe und Vergebung und möchten so gern wieder angenommen werden. Gott sucht die Verlorenen und nimmt sie an, gewährt Vergebung und steht uns mit Rat und Hilfe zur Seite. Der Untergehende sucht den Retter und der Retter sucht den Untergehenden und wenn sie sich zu fassen bekommen und festhalten, dann ist Rettung geschehen. „Christ der Retter ist da!“

Wo Gott und Menschen sich nahe kommen, sich begegnen, sich so zu sagen festhalten, geschieht Heil, geschieht Rettung, entsteht Friede und es wachsen Freude, Glauben und Zuversicht. Sucht die Nähe Gottes. Er sucht uns auch.

„Sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren.“
   

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