Gott will so freundlich und nah
Gott will so freundlich und nah
Donnerstag, den 24. November 2011 um 18:35 Uhr
„Sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren.“ (ELKG 33)Abstand und Nähe sind für uns äußerst wichtige Kategorien. Wie dicht lasse ich einen Menschen an mich heran oder wie viel Abstand wahre ich? Wie weit öffne ich mich oder bleibe ich verschlossen? Bleiben wir uns fremd oder kommen wir uns näher? Wächst Vertrauen oder bleibt ein wenig Misstrauen? Wir haben unsere Not nicht nur mit Kollegen, Nachbarn und Freunden, nein auch in den Kirchengemeinden und sogar in Familien. Zu viel Nähe kann anstrengend werden, Vertrauen kann missbraucht werden. Auf der anderen Seite macht Abstand dann doch einsam. Sich öffnen macht verletzlich, verschlossen bleiben weckt Sehnsucht.
Abstand und Nähe, irgendwie hat das auch etwas mit der Beziehung zu Gott zu tun. Ich kann seine Nähe suchen, ich kann aber auch auf Abstand bleiben oder auch genau so, wie wir es in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen handhaben: ein bisschen Nähe, aber bitte nicht zu viel. Wir reden dann von einer gesunden Distanz. Geht das? Wer sucht denn wessen Nähe?
Eine gesunde wohltuende Nähe erleben geschieht meist dann, wenn sie gegenseitig gesucht wurde. Wenn nur
einer sucht, wird es schnell verkrampft. Wenn es an uns läge Gottes Nähe zu suchen, dann gerieten wir in einen Leistungsdruck: Gebote gehalten? Genug gebetet? Genug geopfert, gegeben, geholfen? usw. und vielleicht machten wir uns selbst etwas vor. Gottes Nähe suchen kann aber auch heißen: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott? Und die Frage kommt, wenn man die eigene Unvollkommenheit und Selbstsucht kennt. Dann wächst Sehnsucht nach Nähe, dann suchen wir Hilfe.
Weihnachten heißt: Gott sucht unsere Nähe, Gott kommt zu uns. Er wird einer von uns. Die Verlorenen suchen Rat, Hilfe und Vergebung und möchten so gern wieder angenommen werden. Gott sucht die Verlorenen und nimmt sie an, gewährt Vergebung und steht uns mit Rat und Hilfe zur Seite. Der Untergehende sucht den Retter und der Retter sucht den Untergehenden und wenn sie sich zu fassen bekommen und festhalten, dann ist Rettung geschehen. „Christ der Retter ist da!“
Wo Gott und Menschen sich nahe kommen, sich begegnen, sich so zu sagen festhalten, geschieht Heil, geschieht Rettung, entsteht Friede und es wachsen Freude, Glauben und Zuversicht. Sucht die Nähe Gottes. Er sucht uns auch.
„Sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren.“
