Tradition(en)

Tradition(en)

Traditionen sind gut, wenn sie Halt geben. Sie können auch negative Wirkungen haben, wenn sie einengen. Tradition meint im eigentlichen Sinn: Wertvolles bewahren und es an die nächste Generation weitergeben. Es ist also viel mehr als irgendwelche Angewohnheit festzuhalten oder abzulegen. Es gibt ganz große Traditionen, die über Jahrhunderte währen und es gibt die kleinen, die in jeder Familie neu gegründet werden und vielleicht nur 20 oder 30 Jahre halten.

Wir kennen die Tradition des Gottes-dienstes genauso wie Familien-Traditionen. Der Heilige Abend oder Weihnachten oder Karfreitag oder Ostern oder Himmelfahrt werden in der Regel so gestaltet. „Bei uns ist das schon immer so.“ „Das war bei meinen Eltern schon so“ – das Familientreffen, das Essen usw.

Wer begründet Traditionen? Das sind wichtige Personen oder Ereignisse, das erste Kind oder der Kaiser, der Geburts-tag oder der Tag der Befreiung. Und in der christlichen Tradition begründet Christus die Geschehnisse. Komisch wird es, wenn Traditionen hochgehalten werden, aber kein innerer Bezug mehr zum Anlass da ist. Es wird Weihnachten oder Ostern oder Himmelfahrt gefeiert ohne Christus.

Christliche Traditionen sind von Christus begründet und dann in der Natur der Sache vom Gottesdienst her geprägt. Die christlichen Familien-traditionen sind aus dem Gottesdienst erwachsen.

Das gilt es zu wissen und zu bedenken. Es kann doch keine christliche Tradition und auch keine christliche Familien-tradition ohne Gottesdienst geben, ohne vom Gottesdienst auszugehen oder in ihm begründet zu sein.

Das häusliche Festmahl erinnert an das  Festmahl des Herrn. Alles geht vom Altar Gottes aus. Es kann doch nicht sein, dass wir um des Festmahles willen, des gemeinsamen Frühstücks willen auf das Festmahl des Herrn verzichten.

Es hat sich -vielleicht unbemerkt- so manche Familientradition gegen den Gottesdienst entwickelt, zumindest ohne Gottesdienst. Wollen wir das wirklich?

Traditionen darf man ändern oder auch neu begründen, zumal wenn neue Einsichten gewachsen sind. Und Traditionen leben nur, wenn sie den eigentlichen Anlass wachhalten. Beim Passamahl geht es z. B. nicht nur um das Mahl, das gemeinsame Festmahl, sondern um die Befreiung aus Ägypten. Die wird den Kindern groß gemacht und nahe gebracht und so feiern sie immer noch Passa.                               ek