Willkommen zum Abendmahl

Willkommen zum Abendmahl

Wir kommen, Herr, zu deinem Mahl; als deine Gäste hast du uns geladen.

Du kommst zu uns in Brot und Wein, willst von der Sünde uns befrein.

Nun können Schuld und Angst uns nicht mehr schaden.


Wir freuen uns, bei dir zu sein, die göttlich große Liebe zu verspüren,

die unser Leben mit uns teilt, die unser krankes Wesen heilt

und uns Verirrte will zum Vater führen.


Geheimnisvolle Wirklichkeit! Du gibst dich uns zu essen und zu trinken.

Nun trennt uns nichts auf dieser Welt; du hast dich so mit uns vermählt,

daß du in uns und wir in dir versinken.

 


Wir fragen nicht, wie das geschieht; wir lassen uns an deinem Wort genügen:

"Das ist mein Leib", so spricht dein Mund, "das ist mein Blut, der neue Bund."

Wir trauen deinem Wort, es kann nicht trügen.


Herr Christ, du bist das Lebensbrot; du kannst für immer unsern Hunger stillen.

Durchdringe unser ganzes Sein, so sind wir jetzt und ewig dein

als deine Brüder unter Gottes Willen.


Du grünst als Weinstock, Gottessohn, und nährst uns Reben, die aus dir entsprossen.

Von dir getrennt fehlt uns der Mut. Herr, stärke uns mit deinem Blut,

das du am Kreuzesholz für uns vergossen.


Durch dieses Mahl mit Gott versöhnt, wolln wir auch unsern Feinden gern vergeben.

Wie leicht erliegen wir dem Neid, dem Haß, der Unversöhnlichkeit!

Herr, hilf, daß wir in deinem Frieden leben.


So wie die Körner in dem Brot aus vielen weitverstreuten Ähren stammen,

so führe du die Christenheit, die sich entfremdet und entzweit,

in brüderlichem Geiste neu zusammen.


In deinem Leib sind wir vereint, so wie wir eines Mahles Gäste waren.

Laß uns die Herzenseinigkeit in dieser letzten Prüfungszeit

durch deines Sakramentes Kraft bewahren.

 

Otto Kaufmann 1983