Es werden immer weniger
Es werden immer weniger
Mittwoch, den 01. Dezember 2010 um 12:31 Uhr
Nur noch 52% der Schleswig-Holsteiner gehören zur Kirche. Ist es nicht erschreckend sich deutlich zu machen, dass jeder zweite Mitbürger nicht mehr dazugehört, vielleicht nichts mehr damit zu tun haben will?
Ralf Meister, der neu gewählte hannoversche Landesbischof, hat sich zur Aufgabe gemacht sich gegen den Gewohnheitsatheismus zu stellen. Ist dem nicht ein Gewohnheitschristentum vorausgegangen? Gewohnheitsmenschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht nachdenken, keine Positionen beziehen und keine Entscheidungentreffen. Sie schwimmen mit der gefühlten Mehrheit und richten ihr Fähnlein nach dem Trend. Nur die Überzeugten bleiben. Und wie oft hat sich in der Geschichte erwiesen, dass sich höchst eigenartige Mehrheiten gebildet haben, die dann sehr rabiat gegen kleinere Gruppen von Überzeugten vorgegangen sind.
Die Kirche Jesu Christi hat als ganz kleine Gruppe angefangen. Sie brachten Neues, sie waren den andern fremd, manchmal suspekt, manchmal unbe-quem, manchmal ärgerlich. Die ersten 300 Jahre war die Kirche verfolgte Kirche – ohne Versammlungsfreiheit, ohne Kirchbau, eher Angst vor Verhaftung und Folter und Tod. Und doch ist die Kirche gewachsen, enorm gewachsen. Sie hatte eine Botschaft, die eben doch auf Interesse stieß, die
neugierig machte. Das war die Botschaft von der Vergebung der Sünden, vom Heiland, der allen Schaden heilt, vom Erlöser, der vom Wahn der Selbst-erlösung befreit und in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes führt. Sie hatten eine Ausstrahlung, die anziehend war. Sie hatten Frieden und Versöhnung untereinander. Sie gingen liebevoll, freundlich und hilfsbereit miteinander um. Das Misstrauen war überwunden. Und so wurden mehr und mehr neugierig auf dieses neue Leben, auf diesen Erlöser, das heißt: sie dachten nach, sie bezogen Positionen, sie trafen Entscheidungen. Das ist das Ergebnis, wenn Gottes Geist einen Menschen für den Glauben erwärmt.
Durch das Staatskirchenedikt von 380 fortgesetzt durch den Augsburger Religionsfrieden 1555 in den Landes-kirchen gibt es dieses Problem mit der Masse, deren Herz nie erreicht wurde. Sind das die Gewohnheitschristen?
Seit der Aufklärung –dem Rationalismus dem Kapitalismus, dem Kommunismus, dem Nationalsozialismus, dem Libera-lismus– ist der Atheismus modern geworden und von daher wundert es nicht, dass es Gewohnheitsatheisten gibt.
Was ist zu tun? Nicht mehr und nicht weniger als was wir bei den ersten Christen lernen: die klare Botschaft von Jesus Christus ausrichten! Und Gemein-den, die das leben, haben Ausstrahlung.ek
