Grußwort 02/03 2011

Grußwort 02/03 2011

Liebe Gemeindeglieder und Freunde,

kann man überhaupt aus der Kirche austreten? Dumme Frage. Die Kirchen erleben es doch massenhaft. Enttäuschte und Nichtinteressierte kehren den Kirchen den Rücken zu, treten aus und verweigern ihre Unterstützung. Gotteshäuser, die einmal für große Gemeinden gebaut wurden, können nicht mehr gefüllt und vielleicht bald auch nicht mehr unterhalten und bezahlt werden.

Doch die Frage „kann man überhaupt aus der Kirche austreten?“ ist tiefsinniger gemeint. Auch wenn ein Kind seinen Eltern den Rücken kehrt und nichts mehr mit ihnen zu tun haben will, bleibt es doch Kind seiner Eltern. Und wenn wir durch die Taufe Gottes Kinder geworden sind, dann bleiben wir Gottes Kinder. Das kann man nicht rückgängig machen.

Wenn ein Getaufter Gott den Rücken kehrt, bleibt er Gottes Kind, ganz sicher, er bleibt Gottes verlorenes Kind. Und er soll wissen: Gott wartet auf seine verlorenen Söhne und Töchter, Gott sucht sie, er möchte sie wieder gewinnen und zu Hause haben. Wo wird es schöner ausgedrückt als im Gleichnis vom verlorenen Sohn?!(Lukas 15). Der wollte das Leben suchen, was vom Leben haben und hat es verloren, endete in einer Sackgasse. Aber er erinnerte sich an den Vater, an den Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, und kehrte um. Und der Vater nimmt ihn in seine Arme, vergibt alles und freut sich; „denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden worden.“

Wie gut, dass wir getauft sind und solch einen Vater im Himmel haben!

Und das macht deutlich: Man kann auch sehr bewusst und überzeugt (wieder) in die Kirche eintreten und seiner Gemeinde die volle Unterstützung zusagen.

Des Menschen Sohn ist gekommen zu suchen
und seligzumachen, was verloren ist.
Lukas 19,10