Der Glaube der Väter
Der Glaube der Väter
Donnerstag, den 07. April 2011 um 14:18 Uhr
„Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!“ So lautet ein tiefsinniges Sprichwort. Gehört die Glaubensweitergabe auch dazu?
Glauben kann man nicht vererben! Das ist für viele Eltern und Großeltern eine schmerzliche Tatsache, aber eben eine Tatsache. Wir können unsere Kinder weder zwingen noch überreden. Wir können sie nur gewinnen.
Das ist die ganz große Aufgabe der Kirche und jeder Gemeinde: jede Generation aufs Neue zu gewinnen, um sie zu werben und einzuladen. Wie wir es von der Werbung her kennen, sie sendet hoch interessante und wichtig machende Kaufanreize aus, so können wir –eine Kirche, eine Gemeinde, christliche Eltern– nur Glaubensanreize aussenden und warum sollten sie nicht auch inter-essant und wichtig machend und schließlich überzeugend sein. Werbung ist gut, wenn sie hält, was sie verspricht.
Zur Zeit Luthers war das Wort „locken“ noch unverdächtig. Und so konnte er formulieren: „Gott will uns damit locken, dass wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater und wir seine rechten Kinder.“ „Bist zu uns wie ein Vater, der sein Kind nie vergisst“, heißt es in einem Vaterunser-Lied. Das sind solche werbenden Anreize.
Was nun, wenn es Eltern und Gemeinde nicht gelingt weder durch das gelebte Vorbild noch durch die ausgesandten Glaubensanreize und Einladungen ihre Kinder zu gewinnen? Das ist schmerzlich aber nicht zu ändern. Jeder Erwachsene ist für sich selbst verantwortlich.
Wir sollten uns schon fragen, ob unser Vorbild glaubwürdig und überzeugend ist, ob unsere Impulse und Anreize ehrlich und gut sind, ob unsere Gemeinsachaft verlässlich und tragfähig ist? Aber wir sollen schon wissen, dass Glaube nicht vererbbar ist. Jede Generation muss neu gewonnen werden.
Es ist schön, wenn Kinder den Weg ihrer Eltern mitgehen und dann aus Überzeugung selbst gehen. Und es ist schmerzlich, wenn sie nicht mehr mit- gehen, wenn sie Abstand nehmen.
Als Kinder Gottes haben wir nicht nur Wünsche für unsere Kinder, sondern wir bitten den Vater um Hilfe. Wir beten für unsere Kinder, ja, wir liegen Gott in den Ohren und wir legen sie ihm ans Herz; denn ER schafft Glauben, ER schenkt Glauben, ER erleuchtet, dass wir glauben können. Lasst uns beten und nicht nachlassen.
Und dann lasst uns überzeugende Glaubensanreize aussenden durch ein vorbildliches Glaubens- und Gemeinde-leben. ek
